Eine Powerstation mit 1.800W kann im Notfall Kühlschrank, WLAN und Beleuchtung versorgen.
Stromausfälle sind in Deutschland kein Seltenheitsphänomen mehr. Ob durch Stürme, Netzüberlastung oder geplante Wartungsarbeiten — wer auf Strom angewiesen ist, braucht eine Backup-Lösung. Eine Powerstation als Hausnotstrom ist eine der einfachsten und günstigsten Optionen. Aber was kostet das wirklich? Und welche Kapazität braucht man für den eigenen Haushalt?
Powerstation am Verbraucherstecker — Immer erlaubt
Die einfachste und rechtssichere Variante: Die Powerstation wird einfach an eine normale Steckdose angeschlossen, und die gewünschten Geräte werden an die Powerstation angeschlossen. Das ist immer erlaubt, da du keine Veränderung an der Hausinstallation vornimmst. Der Nachteil: Nur einzelne Geräte, nicht die gesamte Installation.
Powerstation an die Hausinstallation — Nur mit Elektriker
Wenn du die Powerstation an die Hausinstallation anschließen willst (also alle Stromkreise im Haus versorgen), brauchst du zwingend einen Elektriker. Das gilt insbesondere für:
- Notstromschaltung (USV-Anschluss): Ein Elektriker installiert einen separaten Stromkreis, der bei Stromausfall automatisch auf die Powerstation umschaltet.
- Subverteiler: Ein zusätzlicher Sicherungskasten für die Notstromkreise.
- Netztrennung: Die Powerstation muss vom öffentlichen Netz getrennt werden (Rückspeisung verboten!).
⚠️ Wichtig: Rückspeisung verboten
Es ist strikt verboten, eine Powerstation ohne Netztrennung an die Hausinstallation anzuschließen. Bei einem Stromausfall würde die Powerstation Strom ins öffentliche Netz zurückspeisen — das ist lebensgefährlich für Elektriker, die am Netz arbeiten. Im schlimmsten Fall droht Freiheitsstrafe.
Welche Vorschriften gelten?
- VDE 0100-560: Regelung für Notstromversorgung in Gebäuden
- VDE 0100-710: Schutzmaßelektriker (RCD/FI-Schutz)
- BGV A3: Unfallverhütungsvorschriften für elektrische Anlagen
- EnWG (Energiewirtschaftsgesetz): Rückspeisung ins Netz ist verboten
Kosten für eine professionelle Installation
- Elektriker-Notstromschaltung: 500-1.500 € (je nach Umfang)
- Powerstation: 600-2.500 € (je nach Kapazität)
- Gesamt: 1.100-4.000 € für ein vollwertiges Notstrom-System
Powerstation vs. USV-System
Für den Dauer-Notstrom-Einsatz ist eine USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) oft die bessere Wahl. USV-Systeme sind für den Dauerbetrieb ausgelegt, haben integrierte Netztrennung und sind normkonform. Powerstations sind ideal für den flexiblen, mobilen Einsatz — aber nicht als Dauer-USV-Ersatz.
Fazit
Am Verbraucherstecker: Immer erlaubt, keine Einschränkungen.
An Hausinstallation: Nur mit Elektriker, Netztrennung Pflicht.
Dauer-Notstrom: USV-System ist besser geeignet.
Flexibler Notstrom: Powerstation ist ideal.